Die deutsch-deutsche Orgel in Tübingen

Außergewöhnlich und mutig war 1983 die Entscheidung der Tübinger Stephanusgemeinde, den Auftrag für ihren Orgelneubau an den VEB (Volkseigenen Betrieb) Eule in Bautzen (DDR) zu vergeben.

Die Orgelbauwerkstatt Eule baute damals zwar zum ersten Mal in Württemberg, weltweit bekannt war sie jedoch seit langem. Hatte die Firma doch seit 1872 eine reiche Erfahrung sowohl in der Restaurierung historischer Instrumente (vor allem der sächsischen Silbermannschule) als auch im Neubau. Die Unsicherheit, ob die politischen Umstände die deutsch-deutsche Zusammenarbeit gefährden würden, erwies sich bald als unbegründet.

Und so zahlte sich der Mut aus: Es entstand ein klanglich und optisch vorzügliches Instrument, das eine Bereicherung in der hiesigen Orgellandschaft darstellt.

Sie ist unsere Orgel des Monats November und im Video zu sehen und zu hören mit dem Choralvorspiel „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“ BWV 639 von J.S. Bach.

Prospektentwurf und Disposition: Gerhard Rehm
I. Manual: Koppelmanual
II. Manual Hauptwerk: Pommer 16 Prinzipal 8 Koppelflöte 8 Oktave 4 Rohrgedackt 4 Quinte 2 2/3 Waldflöte 2 Mixtur 5fach (Vorabzug) 2 Trompete 8 Tremulant
III. ManualSchwellwerk: Gedackt 8 Viola da Gamba 8 Spitzflöte 4 Nasat 2 2/3 Prinzipal 2 Terz 1 3/5 Sifflöte 1 1/3 Scharff 4fach (Vorabzug) 1 Rohrschalmei 8 Tremulant
Pedal: Subbaß 16 Prinzipalbaß 8 Gedacktbaß 8 Hintersatz 4fach (Vorabzug) 4 Posaune 16 Fagott 8 II/Ped, III/Ped, Schleifladen, mechanische Traktur.

J.S. Bach: Choralvorspiel „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“ BWV 639
an der Eule-Orgel: Martin Neu

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